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Aktuell

Chorleiterinnen- und Chorleiterversammlung 2008

Alexander Mayer erneut Verbandschorleiter

Die diesjährige Chorleiterinnen- und Chorleiterversammlung des Saarländischen Chorverbandes fand am 14. März in Saarbrücken-Bischmisheim statt. Die Versammlung wird in der Regel einmal jährlich einberufen und hat satzungsgemäß den Zweck, die Arbeit des Verbandsmusikausschusses beratend zu begleiten, gemeinsam Handlungsfelder, Gestaltungsfragen und -aufgaben zu thematisieren, nach Arbeitsinhalten und geeigneten Organisationsstrukturen zu suchen, sowie dem Verbandsvorstand eine(n) Verbandschorleiter(in) und deren/dessen Stellvertreter vorzuschlagen. Sie ist somit auch Sprachrohr sowie Austauschforum für die Chorleiter im Verband, was diese aber offenbar wenig zu schätzen wissen: neben den SCV-Vertretern fanden lediglich 22 Chorleiterinnen und Chorleiter, also geschätzte zehn Prozent aller Chorleiter im Verband, den Weg in die Bischmisheimer Festhalle - eine sehr magere Resonanz. Zukünftig sollen, so ein Ergebnis der Versammlung, die Vorstände aufgefordert werden, die Chorleiter als Angestellte ihres Vereins anzuhalten, die Chorleiterversammlung zu besuchen und davon zu berichten.

In ihrem Grußwort erinnerte SCV-Präsidentin Marianne Hurth an das Ausscheiden des Präsidenten und des Verbandschorleiters vor einem Jahr und die daraus resultierenden Schwierigkeiten in der Vorstandsarbeit. Man könne stolz sein, dass dennoch fast alle geplanten Veranstaltungen durchgeführt und die Zusammenarbeit mit Kooperationspartnern wie SR, Club SR-Freunde und Landesakademie verbessert werden konnten. Auch Neues sei auf den Weg gebracht worden, so weitere Fortbildungsangebote (s.u.) und die Neugestaltung der Chorzeitung. Die Anwesenden forderte sie auf, die Suche nach Sängerinnen und Sängern für den zu gründenden Landesjugendchor zu unterstützen. Für ihre chorischen Aktivitäten wünschte sie ihnen weiterhin Motivation, Ausdauer und Erfolg und dankte abschließend dem Sängerchor Bischmisheim für die Organisation der Versammlung.

Verbandschorleiter Alexander Mayer berichtete zu den Veranstaltungen des vergangenen Jahres und zu den Planungen für dieses und nächstes Jahr. Die bei seiner Amtsübernahme 2007 bereits feststehenden Veranstaltungen - Stimmbildungsseminar, Jazzchorworkshop, Singen im Frauenchor, Chor Total - konnten insgesamt erfolgreich durchgeführt werden, wobei bei den letzteren beiden weniger Teilnehmer als in Vorjahren zu verzeichnen waren, was im Auge behalten werden sollte. Beim Chorleitungsseminar gab es Änderungen, z.B. die Einführung eines Bewertungssystems. Das festliche Sonderkonzert zu Ehren Anton Urspruchs war ein Riesenerfolg; der überfüllte SR-Sendesaal habe den Bedarf bzw. die Nachfrage nach solchen Konzerten gezeigt. Der Chorleiterinnen- und Chorleiterchor habe trotz Bewerbung und guter Dozenten leider nur wenig Resonanz gehabt, ebenso das Leistungssingen, das wegen geringer Anmeldungszahl abgesagt werden musste. Diese beiden Veranstaltungen werden vorerst ausgesetzt, ein Sonderkonzert wird erst wieder für 2009, anlässlich des 200. Geburtstags von Mendelssohn, anvisiert.

Weiter ausgebaut werden soll die Förderung der Kinder- und Jugendchorarbeit: So konnte im Januar erstmals ein Seminar zur Kinderchorleitung mit dem Würzburger Domkapellmeister Martin Berger erfolgreich durchgeführt werden. Auch war der SCV in diesem Jahr wieder Kooperationspartner beim Kinder- und Jugendchorwettbewerb der SR-Freunde Anfang März, der mit 15 Chören eine zufriedenstellende Teilnehmerzahl aufwies. Ab 2009 soll in Jahren, in denen dieser Wettbewerb nicht stattfindet, ein Kinder- und Jugendchorfest als Forum zum Singen und für gegenseitige Anregungen stattfinden. Die Gründung des Landesjugendchores ist in Arbeit, für 2008 ist zunächst eine Arbeitsphase vorgesehen.

Neuerungen gibt es auch hinsichtlich der Chorleiteraus- und -fortbildung: Neben dem Chorleitungsseminar wird es im Sommer eine Chorleiterwoche als Fortbildungsangebot für alle Chorleiter geben, außerdem ein Seminar "Orchesterleitung für Chorleiter".

Insgesamt konnten damit viele Anregungen der letzten Chorleiterversammlung umgesetzt worden, so Mayer, der abschließend die schwierige Finanzlage des Verbandes aufgrund sinkender Totomittel ansprach. Es werde dennoch versucht, mehr umzusetzen trotz weniger Geld. Sein Dank galt in diesem Zusammenhang insbesondere der Verbandsspitze sowie den Mitgliedern des Musikausschusses.

Die folgende Aussprache setzte sich vor allem mit der Literaturauswahl beim Chorleiterinnen- und Chorleiterchor auseinander. "Zu viele fremdsprachliche Titel", lautete die Kritik eines Teilnehmers, der darin eine Zurückdrängung deutschen Liedgutes sah, das es doch zu pflegen gelte. In der Diskussion wurde das offenbar vorhandene Missverständnis ausgeräumt, der Chorleiterinnen- und Chorleiterchor sei ein Konzertchor. Vielmehr handelt es sich um ein Literatur- und Interpretationsseminar für Chorleiter, das gerade auch dazu dient, derzeit gefragte und auf vielen Festivals zu hörende neuere Literatur zu vermitteln, darunter eben auch fremdsprachliche Literatur. Dabei sei ein schönes Klangerlebnis wesentlicher als Textverständnis. Ein Eindruck, den die Diskussion hinterließ, war der, dass bei der Liedauswahl die Ansprüche jüngerer Chorsänger vielfach andere sind wie die älterer. Alexander Mayer plädierte daher für mehr Offenheit und "Unverkrampftheit", was gleichermaßen für deutsche wie auch fremdsprachliche Literatur gelte.

Die anschließende - geheime - Wahl des Verbandschorleiters für die nächsten beiden Jahre bestätigte einstimmig Alexander Mayer in dieser Funktion. Ebenso wurden seine Stellvertreter Marita Grasmück und Walter Niederländer ohne Gegenstimmen wiedergewählt. Den Gewählten, denen für die Übernahme dieses verantwortungsvollen und arbeitsintensiven Ehrenamtes Dank gebührt, ist, wie eingangs den Chorleitern, Motivation, Ausdauer und Erfolg zu wünschen.

In der allgemeinen Aussprache zum Ende der Versammlung wurden erneut Chorliteraturempfehlungen gefordert, die der Musikausschuss geben könne, nicht nur in der Chorzeitung, sondern auch zur Einsicht in der Geschäftsstelle des SCV. Eine gute Idee hierbei ist es auch, wie im Kreis-Chorverband St. Ingbert, Treffen von Chorleitern zwecks Austausch über neue Chorliteratur zu organisieren.

Diskutiert wurde wieder die Problematik alternder bzw. überalterter Chöre sowie das teilweise damit zusammenhängende sinkende Niveau vieler Chöre. Nachlassende Leistungsfähigkeit erfordere auch leichtere Literatur - wobei leicht nicht qualitätlos heißen muss. In diesem Zusammenhang wurde wiederholt mangelndes Anspruchsdenken in manchen Chören bedauert, die sich damit begnügen bzw. es bevorzugen würden, schnell etwas Leichtes einzustudieren, als langfristig auf ein größeres Ziel hinzuarbeiten. Offenbar große Probleme bereiten zuweilen auch (alternde) Stimmen, die den Chorklang negativ beeinträchtigen, ebenso ehemalige Chorleiter, die noch mitsingen und die neue Chorleitung in ihrer Autorität untergraben. Der Vorschlag Mayers, seitens des Verbandes für Chorleiter ein Seminar zum Umgang mit alternden Stimmen anzubieten, wurde daher allgemein begrüßt.

Abschließend wurde die rückläufige Teilnahme an Wettbewerben und Leistungssingen thematisiert. Mögliche Ursachen werden in den jeweiligen Anforderungen gesehen, bei Kinder- und Jugendchören in einer zunehmenden Sängerfluktuation, generell auch in der schwindenden Bereitschaft, sich einer Jury zu stellen und in eine Leistungsstufe einzuordnen. Eventuell könne man mit geänderten Regularien dem wachsenden Wettbewerbsdesinteresse begegnen, denn zur Selbstorientierung der Chöre seien solche Veranstaltungen immer noch eine unschätzbare Hilfe.

Alexander Mayer