Chorleitungsausbildung

Die Chorleitungsausbildung des SCV

 
Schon seit vielen Jahren bietet der Saarländische Chorverband erfolgreich Ausbildungen zur Chorleitungsassistenz (C1), Vizechorleitung (C2) oder Chorleitung (C3) an. Interessierten SängerInnen ist es außerdem möglich, in zwei passiven Stufen an der Chorleitungsausbildung teilzunehmen; für bereits tätige Chorleiter*innen, die den fachlichen Austausch mit Kollegen suchen und neue Impulse für ihre eigene Chorarbeit erhalten möchten, wurde 2014 zusätzlich eine Weiterbildungsstufe C4 (ohne Abschlussprüfung) eingeführt.

Die Ausbildungsziele sind: 

  • C1: die Vertretung der Chorleitung bei kleineren Anlässen (Geburtstagsständchen, Trauerfeiern und ähnliches) und die sichere Führung des Chores durch bekannte Stücke einfachen Schwierigkeitsgrades (Chorleitungsassistenz)
  • C2: die Unterstützung der Chorleitung z.B. durch die Übernahme von Stimmproben oder auch Vertretungsproben (Vizechorleitung)
  • C3: die Übernahme eines eigenen Chores (Chorleitung im Nebenberuf)

Der demographische Wandel hat nicht nur Einfluss auf die Strukturen unserer Chöre (Stichwort Überalterung, aber auch Neugründungen von Kinderchören, Jazz/Pop/Gospel-Chören und Vocalensembles), sondern auch auf das Angebot qualifizierter Chorleiter*innen: durch die Schließung und Zusammenlegung von Schulen und Pfarrgemeinden fallen immer mehr Stellen im Bereich der Schulmusik und Kirchenmusik weg – und damit auch potentielle Chorleiter vieler Chöre auf dem Land.

Umso wichtiger ist das Angebot des SCV, abseits der Hochschulstudiengänge und kirchlichen Ausbildungen eigenständig Nachwuchs an Chorleiter*innen auszubilden, um die stärker werdende Nachfrage zu decken. Wichtig ist uns im Dozententeam dabei immer, alle Teilnehmer dort abzuholen, wo sie grade stehen und sie in ihren jeweiligen Begabungen und Fähigkeiten individuell nach Kräften zu fördern.

In den letzten Jahren sind viele talentierte Chorleiter*innen aus der Ausbildung des SCV hervorgegangen, darunter auch einige der aktuellen Dozenten. Wir hoffen, dass wir mit unserem Angebot auch langfristig den Chorgesang im Saarland nicht nur erhalten, sondern auch fördern und wo möglich verbessern können.

Ausführliche Informationen zu den Inhalten der Ausbildung, den Anforderungen der Abschlussprüfungen und den Teilnahmegebühren, ein Anmeldeformular sowie einen Vordruck des Hospitationsprotokolles finden Sie in unten stehenden .pdf-Dokumenten.

Aktuelles zum Chorleitungsseminar

Hoher Leistungsstand – Qualität der Chorleiterausbildung nachhaltig demonstriert

Am 3. Oktober fand in der Ellipse der Landesakademie Ottweiler das traditionelle Abschlusskonzert des SCV-Chorleitungsseminars statt. Seminarleiter Alexander Mayer konnte zahlreiche Besucher begrüßen und freute sich besonders über die rege Anteilnahme der Familien und Freunde, die mit ihrem Kommen den Absolventen der Ausbildung auch den verdienten Respekt erwiesen.

Ziel des in drei Stufen zu durchlaufenden Seminars ist die gründliche und praktische Ausbildung für angehende Chorleiter/-innen, wobei neben der Vermittlung notwendiger grundtheoretischer Kenntnisse das Hauptaugenmerk auf den Gebieten Dirigieren, Chorleitung und Gesang liegt. Hierbei wurde 2010 das bestens eingespielte Dozententeam Alexander Mayer (Chorleitung, Orchesterleitung), Manuela Söhn (Gesang, Stimmbildung), Elmar Neufing (Chorleitung) und Walter Niederländer (Chorleitung) mit den Gastdozenten Harald Bleimehl (Chorleitung) und Horst Müller (Jazzchorleitung) erweitert.

Das erste Seminarjahr (CI Chorleiterassistent/-in) haben in diesem Jahr Gunda Hahne, Jens Hoffmann, Julia Gerber, Pascal Scholtz und Benjamin Strauß absolviert, das zweite (C II Vizechorleiter/-in) Katrin Braun, Susanne Mayer sowie Sarah Schröder und das dritte (C III Chorleiter/-in) Ingo Fromm und Tilman Pods. Dabei haben die Teilnehmer/-innen sämtlich sehr gute bis hervorragende Ergebnisse erzielt! Besonders erwähnenswert: Erstmals wurde im CIII-Kurs die Höchstpunktzahl 25 vergeben, die Tilman Pods erhielt. Neben ihm schnitten auch Ingo Fromm, Jens Hoffmann und Susanne Mayer "mit hervorragendem Erfolg" ab.

Gemeinsam mit Carina Brunk, Daniel Franke, Harald Nilius und Wolfgang Schmitt als Teilnehmer des Workshops "Orchesterleitung für Chorleiter" und der als Fortbildungsangebot für bereits ausgebildete Chorleiter konzipierten Chorleiterwoche demonstrierten die Absolventen beim Abschlusskonzert eindrücklich das Erlernte. Geboten wurde kein Konzertprogramm im eigentlichen Sinne, eher ein buntes "Werkstattkonzert", so Alexander Mayer, inhaltlich zusammengestellt im Hinblick auf Grundlagen, besondere Probleme und verschiedene Schwierigkeitsgrade des Dirigats und angepasst an die individuellen Fähigkeiten der Seminaristen. So konnte das Publikum ein vielfältiges Programm mit 14 verschiedenen Dirigenten/-innen erleben und zugleich einen tiefen Einblick in die Vielschichtigkeit der Chorleiterausbildung gewinnen.

Wurde im ersten Konzertblock mit Werken u.a. von Heinrich Isaac, Toinot Arbeau, Orlando di Lasso, Josquin Desprez und Pierre Attaignant vorwiegend "freier" zu dirigierende, da weniger metrisch gebundene Renaissanceliteratur geboten, widmete sich der zweite Block romantisch-weltlicher Chormusik mit Liedern vor allem von Johannes Brahms und Felix Mendelssohn. Die Liedvorträge wurden dabei von den Absolventen sicher wie einfühlsam sowie mit jeweils eigenständiger Note geleitet – fruchtbares Ergebnis der schon in vergangenen Jahren vielfach gelobten bedürfnisorientierten, individuellen Förderung im Seminar.

Auch der Seminaristenchor, wie schon in der Vergangenheit durch "glückliche Fügung" (Mayer) wieder sehr ausgewogen in den einzelnen Stimmanteilen, beeindruckte mit sicherer Intonation, Harmonik und Rhythmik sowie klarer Ansprache, aber auch mit hoher Emotionalität, und bezeugte so nicht nur die Qualität der einzelnen Stimmen, sondern auch einen innigen Zusammenhalt, den das intensive gemeinsame Lernen im Seminar geschaffen hatte.

Im dritten Konzertteil kam das "das Orchester simulierende Streichquintett" (Mayer) zum Einsatz, welches im Workshop "Orchesterleitung für Chorleiter" dazu diente, die Probleme und Anforderungen aufzuzeigen und zu bewältigen, denen Chorleiter sich gegenübersehen, wenn sie gleichzeitig einen Chor und ein Orchester zu leiten haben, dabei eventuell noch zusätzlich Solisten zu führen haben oder auch einfach "nur" ein Orchester dirigieren sollen. Das von Mitgliedern des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern gebildete Streichquintett – Anne-Kathrin Böhm (Violine), Valérie Krampe (Violine), Wolfram Hepfer (Viola), Hans Nasshan (Violoncello) und Bernhard Straub (Kontrabass) – beeindruckte mit dem von Tilman Pods bewegend dirigierten 1. Satz von Benjamin Brittens Simple Symphonie ("Boisterous Bourée"), dem "Kyrie" und dem "Agnus Dei" aus Schuberts Messe in G-dur, subtil gestaltet von Wolfgang Schmitt und Carina Brunk und mit anrührenden Soloparts von Manuela Söhn (Sopran) und Ingo Fromm (Bariton) bereichert, sowie dem 4. Satz aus Brittens Simple Symphonie ("Frolicsome Finale"), den Ingo Fromm hochemotional zum mitreißenden Parforceritt werden ließ. Deutlich war den Dirigenten die Anstrengung, mehr noch aber die Erfüllung anzumerken, die sie aus der Interaktion mit den Musikern bezogen.

Mit "Cantate Domino" von Vytautas Miškinis, geleitet von Daniel Franke, sowie einer mit lang anhaltendem Applaus geforderten Zugabe, dem nun mit offensichtlich gelöster Anspannung vorgetragenen "Send down the rain" von Joyce Eilers, endete das vielfältige "Werkstattkonzert", welches in seiner Qualität eindrücklich auch belegte, dass die vor drei Jahren eingeführte Prüfungsregelung das schon bestehende hohe Niveau der Chorleitungsausbildung nochmals hat ansteigen lassen. Das braucht potentiell an dem Seminar Interessierte aber keineswegs abzuschrecken, im Gegenteil: gerade das individuelle Eingehen der Dozenten auf die didaktischen, instrumentalen und gesanglichen Fähigkeiten der jeweiligen Teilnehmer sowie die Mischung aus Einzelunterricht und intensiver gemeinsamer Arbeit werden von den Seminaristen stets als äußerst motivierend erlebt, und die meisten stellen binnen kurzer Zeit verblüffende Fortschritte in ihrer musikalischen Entwicklung fest. Der SCV kann jedenfalls stolz und erfreut sein über das – in den letzten Jahren maßgeblich von Alexander Mayer geprägte – Ausbildungskonzept und die daran beteiligten, fantastisch zusammenwirkenden Dozenten, ebenso natürlich über den hieraus erwachsenden hochmotivierten, talentierten und engagierten Chorleiternachwuchs. Auf ihm ruhen, so SCV-Vizepräsident Thomas Schmitt bei der Verleihung der Urkunden, auch die Hoffnungen des SCV für die Zukunft, weswegen der Verband, auch unter hohen finanziellen Aufwendungen, weiterhin eine breite Palette an Aus- und Fortbildungsmöglichkeiten für Chorleiter offerieren wird.

Die Termine für die Chorleiterausbildung 2011 stehen bereits fest:

04.-05.06.2011

18.-19.06.2011

16.-23.07.2011

17.-18.09.2011

29.-30.10.2011

Orchesterleitung für Chorleiter: 15.-17.07.2011

Chorleiterwoche: 16.-23.07.2011

Die Seminare finden jeweils in der Landesakademie in Ottweiler statt.