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Mit Ernsthaftigkeit zum Erfolg - Konzertante Vielfalt zum Abschluss des Chorleitungsseminars

Am 11. Oktober fand in der Ellipse der Landesakademie Ottweiler das mittlerweile schon traditionelle Abschlusskonzert des SCV-Chorleitungsseminars statt. SCV-Präsidentin Marianne Hurth unterstrich in ihrer Begrüßung das große – auch finanzielle – Engagement des Verbandes und seiner Mitgliedschöre für die Chorleiterausbildung und damit auch die Erwartungen an die Absolventen, deren zukünftige mitgestaltende Mitarbeit als Chorleiter im Verband, vor allem auch im Bereich des singenden Nachwuchses, erhofft wird.

Zwölf Teilnehmerinnen und Teilnehmer haben 2009 die jeweilige Ausbildungsstufe erfolgreich abgeschlossen:

C I (1. Seminarjahr) Chorleiterassistent/-in: Nina Hreus, Susanne Mayer, Tilman Pods, Diana Rasch, Sarah Schröder, Marie-Christin Weskamp.

C II (2. Seminarjahr) Vizechorleiter/-in: Joachim Ecker, Ingo Fromm.

C III (3. Seminarjahr) Chorleiter/-in: Carina Brunk, Daniel Franke, Mathias Johann, Harald Nilius.

Neben den angehenden Chorleiter/-innen beteiligten sich am Abschlusskonzert auch Absolventen der im August durchgeführten Chorleiterwoche, welche sich als Fortbildungsangebot an alle interessierten Chorleiter richtete, sowie des Wochenendseminars "Orchesterleitung für Chorleiter", das Grundlagen für das Dirigat von Chor und Orchester vermittelte. Als Orchester fungierte dabei ein Streichquintett aus Mitgliedern des Sinfonieorchesters des Landkreises Kaiserslautern, das nun ebenfalls das Konzert bereicherte. Den Musikern – Johanna Mann (Viola), Hans Nasshahn (Violoncello), Bernhard Straub (Kontrabass), Julia Neumann und Elisabeth Ramirez (beide Violine) – galt für ihre engagierte Mitarbeit ein besonderer Dank von Seminarleiter Alexander Mayer.

Insgesamt 14 Dirigenten – neben den zwölf Teilnehmern der Chorleiterausbildung, von denen einige auch das Orchesterleitungsseminar belegt hatten, noch Ann Kristin Balzer und Dirk Schmidt – führten durch ein äußerst vielfältiges Programm. Es reichte von Gregorianik über Renaissance, Klassik, Romantik bis hin zu Zeitgenössischem, stellte Geistliches und Weltliches, Volkslieder und Jazzchorgesang, Literatur verschiedener Länder und vieles mehr nebeneinander. Diese Mischung spiegele nicht nur, so Alexander Mayer, die Ausbildungsarbeit 2009 wider, sondern verweise auch auf die Chormusik der Zukunft, die die Grenzen der Nationen, Epochen und Genres aufhebe und einfach "gute Musik" in den Vordergrund stelle. Eine solche Offenheit, die durchaus auch traditionelles Liedgut mit einschließe, sei für junge Menschen attraktiv. Mayer plädierte auch nachdrücklich für eine Ernsthaftigkeit beim Musizieren, ein ernsthaftes Gestalten und Erleben von Musik, welches intensive Arbeit erfordere, dafür tiefe Freude und Erfüllung bereite. Den besten Beweis hierfür lieferte das an diesem Nachmittag Dargebotene.

Den Auftakt machte Hasslers "Nun fanget an", gefolgt von drei geistlichen Werken, "Spiritus Domini" (gregorianisch), "Popule Meus" (Marian Sawa) und das vom Streicherquintett und Alexander Mayer am Flügel begleitete "Christe, Du Lamm Gottes" von Mendelssohn. Bei letzterem hatte man in der Position des Publikums den Eindruck, dass sich der von den Seminaristen gebildete Chor nur schwer gegen die Instrumentalisten durchzusetzen vermochte. Schwierigkeiten bei gleichzeitiger Leitung eines Chors und eines Orchesters – hier hervorragend gemeistert von Carina Brunk – wurden so unmittelbar nachvollziehbar.

Es folgte ein Block mit Liebesliedern aus aller Welt (Mendelssohn: Herbstlied u. Hirtenlied; Genzmer: Steh auf, Nordwind; Dowland: Come again; Aranguiz: El Tortillero; Young: When I fall in love) und dann, als kammermusikalischer Leckerbissen, das Divertimento D-Dur von W.A. Mozart (KV 136) – schließlich wird man als Chorleiter bei Konzerten mit Orchester auch gefordert, das Orchester alleine zu führen, was Daniel Frank und Tilman Pods mit dem Streicherquintett eindrucksvoll gelang.

Bei den folgenden Abendliedern (Schulz: Der Mond ist aufgegangen; Saint-Saëns: Calme des nuits; Kodály: Esti dal; Peterson-Berger: Stemning) lief der Chor zur Hochform auf und beeindruckte mit beachtlicher Stimmsicherheit, Harmonie und Emotionalität. Wie schon in den vergangenen Jahren hatte die intensive Zusammenarbeit im Seminar ein qualitätvolles Ensemble geformt, dem das Publikum nun begeistert und zu Recht Respekt zollte. Bewegend dann das "Andante Festivo" von Sibelius, das Ann Kristin Balzer mit dem Streichquartett hochemotional gestaltete.

Den Konzertabschluss bildeten Lieder aus Schweden, Ungarn und Südamerika (Peterson-Berger: Vesleblomme u. Killebukken, Kodály: Túrót eszik a cigány; Carreno: Mananita pueblerina), bei denen die Sängerinnen und Sänger, wie schon zuvor, nicht nur die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, sondern auch die besonderen Anforderungen bei der Artikulation der verschiedenen Fremdsprachen scheinbar mühelos meisterten.

Bewegt und erfreut von den Darbietungen dankte Seminarleiter Alexander Mayer den Absolventen nicht nur für deren Leistungen, sondern auch für die hochmotivierte und intensive Arbeit während der Seminare und die freundschaftliche, bisweilen fast familiäre Stimmung, die auch für die Dozenten stets erfüllend und lehrreich seien. Sein Dank galt ebenso dem bewährt-großartigen Dozententeam Manuela Söhn-Lederle, Elmar Neufing und Walter Niederländer. Auch die Seminaristen zeigten sich ihren Lehrern gegenüber dankbar für das Gelernte und Erfahrene, für neu gewonnene Anregungen und Inspiration, deren erfolgreiche Umsetzung ihnen für ihre zukünftige chorische Arbeit zu wünschen ist!