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Kinderchorleitung ll – Aufbau(endes)-Seminar mit Martin Berger

Nachdem der SCV vergangenen Januar zum dritten Mal das Seminar "Kinderchorleitung I" angeboten hatte, konnten sich die Kinderchorleiter/-innen vom 17. bis 19. September im Jugendgästehaus Saarbrücken auf ein darauf aufbauendes Seminar freuen. Aufbauend in zweierlei Hinsicht: Sowohl der Altersdurchschnitt der miteingebundenen Chorsängerinnen lag höher als in den vorangegangenen Einheiten, als auch damit verbunden die Niveau-Anforderungen an die Singenden und die Dirigierenden. 10 Frauen und 2 Männer, die zum Teil auch schon Seminar I besucht hatten, machten sich wieder auf den Weg, sich zum Thema Chorgesang mit Kindern und Jugendlichen weiterzubilden. Vertrauter und vertrauenswürdiger Wegbegleiter dabei war wieder Prof. Martin Berger, Domkapellmeister aus Würzburg (mit saarländischen Wurzeln). Als "Mitreisende" stellten diesmal fünf junge Damen vom Würzburger Domsingchor ihre Kompetenzen – z.B. schnelles Erfassen fremder Literatur, klangvolle Stimmen und Geduld für die Arbeit mit den Teilnehmern – unter Beweis. Samstags wurde der Übungschor erweitert um neun Mädchen aus dem Kinderchor von Dekanatskantorin Susanne Zapp-Lamar. Beste Voraussetzungen also, um sich Schritt für Schritt an die Meilensteine einer qualitativ hochwertigen Kinder-Chorarbeit heran zu wagen.

1. Etappe: "Was muss ein guter Chorleiter können?" Gemeinsam wurde der "Proviant-Rucksack" gefüllt mit Eigenschaften wie Sozialkompetenz, Musikalität, gute Nerven, instrumentale und nicht zuletzt auch sängerische Kompetenz. Da ein Kinderchor mit einer erhöhten Emotionalität läuft und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen immer ganzheitlich ist, wird diese wesentlich von der Persönlichkeit des Chorleiters geprägt.

2. Etappe: "Chorklang": Hier fielen Begriffe wie: homogen, intonationssicher, offen, Schmelzklang, Rhythmik.

3. Etappe: "Was sollte ein Chor nach einem Jahr können?" An dieser Stelle wurden legato singen, Vokalfärbung, richtige Vorbereitung zum Singen, hörend singen / singend hören zu wichtigen Pflastersteinen.

Insgesamt gehe es um ein "Erziehen zur Präzision mit Spaß und Charme", so Berger. Auch anhand vom Chor gewünschter Literatur lassen sich die gesteckten Ziele erarbeiten, wobei es zwischen kurz- und längerfristigen Zielen zu unterscheiden gilt. Verschiedene "Wegweiser" verdienen dabei besondere Beachtung (Aussprache der Kinder / Probentempo / Methodenwechsel etc.), um sinnvolle Chorarbeit zu leisten.

Sicherlich kein leichter "Spaziergang", wenn man das "Gipfelkreuz" erreichen möchte, das Bemühen darum ist es aber allemal wert! Martin Berger jedenfalls ist es wieder einmal bestens gelungen, alle mit präzisen Anregungen – und nicht zuletzt sehr gutem Vorbild – zu motivieren, die Wegstrecke weiter fortzusetzen!